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Samstag, 27. Juni 2009

Slawische Drachen


In der Slawischen Mythologie heißen die Drachen Smei bzw. Zmej, Zmij, Zmaj, Smok oder Zmeu. All diese Begriffe sind die männlichen Formen des slawischen Begriffes für „Schlange“
In Russland und die Ukraine kennt man den Drachen als Smei/Smij Gorynytsch. Er ist dreiköpfig und grün, geht auf seinen zwei Hinterbeinen, besitzt eher kleine Vorderbeine und kann Feuer spucken. Er wurde von Dobrynja Nikititsch besiegt und getötet, einer bekannten Figur aus den slawischen Epen (ungefähr so bekannt wie „unser“ Siegfried).
In Slowenien werden Drachen Zmaj genannt, obwohl auch manchmal Pozoj, ein älteres Wort unklaren Ursprungs, verwendet wird. Drachen sind in Slowenien normalerweise im böswilligen Bereich angesiedelt, und sie werden meist gemeinsam mit St. Georg dargestellt, wie z.B. auf dem Moskauer Wappen. Jedoch ist der Drache nicht ausschließlich dem Menschen feindlich gesinnt. Der Ljubljanski Zmaj (Laibacher Drache) etwa beschützt die Stadt Ljubljana und wird auf dem Stadtwappen abgebildet.
In Makedonien, Kroatien, Bulgarien, Bosnien, Serbien und Montenegro ist der Drache (Zmaj, Zmej oder Lamja) vielköpfig (mit drei, sieben oder neun Köpfen) und spuckt Feuer. In Serbien und Bosnien wird er Aždaja oder Ala genannt. Das rumänische Wort für Drache, Zmeu, wurde aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Bulgarischen übernommen.


Freitag, 26. Juni 2009

Keltische Drachen


Für die Kelten symbolisierte der Drache die Kraft der Erde, des Himmels des Wassers und des Feuers. Sie leben in der Erde und schützen die Tore und Übergänge in die Anderswelt. In der keltisch-christlichen Mythologie stand der rote Drache symbolisch für Britannien, während der weiße Drache für die Sachsen stand. Daher trug Uther, Arthurs Vater, den Beinamen "Pendragon" (der große Drache), Einen Kampf der beiden Drachen, "der die Flüsse des Landes mit Blut tränken" werde, sagte Taliesin als junger Merlin dem Vortigern vorher, welcher den Thron widerrechtlich an sich gebracht hatte. Sein Turm in Snowdon fiel immer wieder zusammen, da er ihn über den beiden Drachen gebaut (= die Sachsen ins Land geholt) hatte.

Montag, 22. Juni 2009

Wyvern


Das Wort Wyvern stammt vom altsächsischen vivere = Schlange ab und bezeichnet eine Art der mythologischen Drachen, die sowohl in der äthiopischen Mythologie auftaucht, als auch in Nordeuropa und Griechenland. Ein Wyvern soll wie der Lindwurm nur ein Paar Beine besitzen, welche adlerartige Krallen haben. Im Gegensatz zum Lindwurm hat er aber direkt über seinen Beinen große, häutige Flügel. Der Körper ist schlangenartig und wird als sehr muskulös und geschwungen beschrieben. Der Rumpf geht über in einen langen, gekringelten Schwanz, welcher in manchen Beschreibungen am Ende ein Giftstachel besitzt. Sein natürlicher Lebensraum sollen Gebirgshöhlen sein, von wo aus er mit den sehr scharfen Augen seine Beute gut erkennen könne. Der Wyvern soll ein Verbreiter von Pest und anderer Infektionen gewesen sein.

Montag, 15. Juni 2009

Lindwurm


Die Bezeichnung Lindwurm wird abgeleitet von dem althochdeutschen Wort lint, was "Schlange" bedeutet.
Er ist meist zweibeinig, manchmal hat er aber auch vier oder mehr Beine, die für gewöhnlich sehr kurz sind. Der Lindwurm hat keine oder nur sehr kurze, fluguntaugliche Flügel und einen sehr langen Schwanz. Manchmal wird er als menschenfressend beschrieben.
In Orten, die "Limb-" oder "Lind-" im Namen tragen, ist oft eine Drachensage überliefert, wie beispielsweise in Limburg a.d. Lahn. Der Lindwurm ist auch das Wahrzeichen der österreichischen Stadt Klagenfurt, wie auch von der slowenischen Stadt Laibach (Ljubljana).

So ist der drachengestaltige Riese Fafnir aus dem Nibelungenlied eigentlich ein Lindwurm.
Fafnir ist der Edda zufolge der Sohn des Riesen Hreidmar. Seine Brüder heißen Otr (auch Otur) und Regin. Auch wird in der Edda erzählt, dass die drei Götter Odin, Loki und Hönir aus Versehen Hreidmars Sohn Otur töten, der in Gestalt eines Otters fischen war. Dadurch wird ein sogenanntes Wergeld fällig, welches mit dem verfluchten Goldschatz des Zwerges Andvari bezahlt wird. Dieser Schatz bringt einem unrechtmäßigen Besitzer Zwietracht und Unglück; das berühmtestes Stück dieses Schatzes ist der Ring Andvaranaut. Jedoch weigert sich Hreidmar, seinen Söhnen Fafnir und Regin den Anteil am Wergeld zu geben, der ihnen zusteht. Deshalb wird er von Fafnir erstochen, und dieser droht auch Regin an, ihn zu erschlagen, sollte der seinen Anteil verlangen. Fafnir zieht sich mit dem Goldschatz in eine Höhle auf der Gnitaheide zurück, wo er allmählich die Gestalt eines Lindwurmes annimmt. Der Oegishjalmr – ein Helm, der das Aussehen auf erschreckende Weise verändert – macht seinen Anblick noch entsetzlicher. Sigurd (bzw. Siegfried) tötet schließlich Fafnir mit seinem Schwert Gram und erschlägt dann Regin, der den Schatz für sich will und besitzt nun Helm, Ring und Hort. Durch ein Bad in Fafnirs Blut wird Siegfried unverwundbar. Diese Sage ist auch Grundlage für Wagners Ring der Nibelungen.

Samstag, 13. Juni 2009

Basilisk


Auch der Basilisk hat seinen Ursprung wahrscheinlich in der griechischen Mythologie. Er wird bei Demokrit zum ersten Mal nachweislich erwähnt. Plinius der Ältere beschrieb ihn im achten Buch seiner Naturalis historia als eines der Tiere, die aus Afrika oder dem Orient kommen. Er beschreibt den Basilisk als eine Schlangenart, nicht länger als zwölf Finger (etwa 24 Zentimeter) und mit einem weißen Fleck am Kopf.
„Durch sein Zischen verjagt er alle Schlangen und bewegt nicht, wie die anderen, seinen Körper durch vielfache Windungen, sondern geht stolz und halb aufgerichtet einher. Er lässt die Sträucher absterben, nicht nur durch die Berührung, sondern auch schon durch den Anhauch, versengt die Kräuter und sprengt Steine: eine solche Stärke hat dieses Untier. Man glaubte, dass jemand ihn einst zu Pferde mit einem Speer erlegt habe und dass das wirkende Gift an diesem emporstieg und nicht nur dem Reiter, sondern auch dem Pferd den Tod brachte. Und dieses gewaltige Ungeheuer – denn häufig haben Könige es tot zu sehen gewünscht – wird durch die Ausdünstung des Wiesels umgebracht: so sehr gefiel es der Natur, nichts ohne etwas Gegenkraft zu lassen. Man wirft die Wiesel in die Höhlen [der Basilisken], die man leicht an dem ausgedörrten Boden erkennt. Diese töten durch ihren Geruch, sterben aber zugleich selbst, und der Streit der Natur ist bereinigt.“ (C. Plinius Secundus d.Ä., Naturkunde, Lateinisch – Deutsch, hrsg. von Robert König, Buch VIII: Zoologie: Landtiere, Kapitel XXXIII, § 78.)

Im mittelalterlichen Schriften findet man folgende Beschreibung:
Der Basilisk schlüpft aus dem Ei eines alten Hahnes oder aus einem dotterlosen Hühnerei, das von einer Kröte, einer Schlange oder im Mist ausgebrütet wird. Sein stinkender Atem ist unerträglich und sein Blick soll versteinern können. Das Ungeheuer haust in Brunnenschächten und Kellern. Es kann nur vernichtet werden, indem ihm ein Metallspiegel vorgehalten wird, worin sich der versteinernde Blick gegen den Basilisken selbst kehrt.

Freitag, 12. Juni 2009

Ladon


Ladon ist der Name eines mehrköpfigen Drachens, der niemals schläft und die Goldenen Äpfel der Hesperiden bewacht. Er wird meist mit zwei, manchmal auch drei oder sogar mit hundert Köpfen beschrieben. Seine Eltern sind der Meeresgott Phorkys und Keto, an anderer Stelle Echidna und Typhon oder auch Gaia, in Hesiods Theogonie sind die Eltern Okeanos und Tethys. Herakles besiegt Ladon, als er die Äpfel der Hesperiden holen muss. Die Göttin Juno versetzt Ladon nach dessen Tod als Sternbild Drache in den Himmel.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Hydra

Die Hydra der griechischen Mythologie war eine riesige Wasserschlange mit neun Köpfen, von denen acht sterblich waren und der in der Mitte stehende neunte unsterblich. Sie wuchs in den Sümpfen von Lerna im Süden Griechenlands auf, weshalb sie auch die Lernäische Schlange genannt wird. Sie überfiel die Viehherden und verwüstete die Felder. Schließlich wurde sie von Herakles und Iolaos erschlagen.

Montag, 8. Juni 2009

Typhon


Typhon (auch Typhoeus, Typhón) ist ein Sohn der Gaia, den sie mit Tartaros, dem Herrn der Unterwelt, zeugte. Er wurde als unbeschreiblich grässliches Ungeheuer, als Riese mit hundert Drachen- oder Schlangenköpfen dargestellt, welche in der Sprache der Götter und vieler Tiere reden konnten. Sein Brüllen war so grausam, dass sogar die Götter vor ihm flohen. In einem erbitterlichen Kampf besiegte Zeus schließlich den Typhon. Dieser floh nach Sizilien. Doch Zeus folgte Typhon und warf den Ätna auf ihn. Seitdem ist Typhon unter dem Ätna gefangen. In seiner Wut ließ er den Ätna immer wieder erbeben sowie Feuer und Gestein spucken. Die späthellinistischen Griechen setzten Typhon mit dem ägyptischen Gott Seth gleich.

Sonntag, 7. Juni 2009

Keto


Keto ist der Name eines Meeresungeheuers aus der griechischen Mythologie. Es ist die Tochter des Meeresgottes Pontos und der Gaia. Die äthiopische Königin Cassiopeia beleidigt eines Tages die Meeresnymphen, die Nereiden, indem sie behauptet viel schöner zu sein als diese. Poseidon schickt daraufhin Keto, um Äthiopien zu verwüsten. Auf den Rat eines Sehers hin wird beschlossen, Cassiopeias Tochter Andromeda zu opfern, um das Ungeheuer zu beschwichtigen. Andromeda wird an einen Felsen an der Meeresküste gebunden. Dort wird sie von Perseus gefunden, der sofort in Liebe entbrennt. Keto schwimmt schon auf die Küste zu, als Perseus sich für die Rettung Andromedas deren Hand von den heranlaufenden Eltern erbittet. Sie versprechen ihm nicht nur diese, sondern auch noch das ganze Königreich, sollte ihm dies gelingen. In einem dramatischen Kampf besiegt er schließlich das Ungeheuer.

Samstag, 6. Juni 2009

Python


Der Python ist in der griechischen Mythologie die riesige Schlange, die das Orakel von Delphi bewachte. Er wurde durch Gaia mit Hilfe des Schlamms der sogenannten Deukalischen Flut (das griechische Äquivalent der biblischen Sintflut) erschaffen und von Apollon getötet. Die dem Apollon geweihten Orakel-Priesterinnen in Delphi hießen Pythien, der Dreibein aus dem sie weissagten stand direkt über dem Grab des Drachen. (spekulative Anmerkung: vielleicht wurden die Gase, die aus der Erdspalte des Delphiorakels austraten, als Atem des Drachen gedeutet)

Donnerstag, 4. Juni 2009

Aspis

Die Aspis ist ein schlangengestaltiges Wesen der jüdischen Mythologie und symbolisiert die Verstocktheit, die Sturheit und das Böse. Die Aspis bewacht einen Baum, dessen Harz wie aromatischer Balsam wirkt. Man muss die Aspis mit einem speziellen Instrument in den Schlaf spielen, um an den Baum zu gelangen. Außerdem beschützt die Aspis auch den sogenannten Karfunkel, der auch Drachenstein oder Draconis genannt wird. Sie gibt den Drachenstein frei, wenn man ein bestimmtes Losungswort ausspricht. Jedoch verstopft sich die Aspis ein Ohr mit ihrem Schwanzende, das andere mit Erde und wälzt sich auf dem Boden, um das Losungswort nicht hören zu können.

Anmerkung: Das Motiv des Drachensteins kommt auch anderweitig vor. Er ist entweder das Auge des Drachen oder wächst im Gehirn des Drachens, und muss diesem bei lebendigen Leib heraus geschnitten werden. Meist verfügt er über große Heil- bzw. Zauberkräfte, wird zum Beispiel gegen die Pest eingesetzt oder vermehrt auf wundersame Weise den Geldvorrat.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Schwarzer Holunder


Botanischer Name: Sambucus nigra
Englischer Name: Elder
Volksnamen: Schwarzer Holunder, Fliederbeerbaum, Holler, Holder, Bachholder, Eller, Pisseke, Ellhorn, Flieder, Holler(busch), (Deutscher) Flieder, Backholder, Zickenblüten, Marterblumen, Achenstaude, Schwiztee, Holer, Kelkenblüte, Hel´s Strauch, Reckholder, Schiebekenstrauch, Betscheler, Schiwickn, Huler, Zwebst, Schotschen, Kisseke, Aalhorn, Keilken, Elderbaum, Husholder Aalhornbeeren, Deutscher Flieder, Hulertrauben, Fliederbusch, Holderbusch, Holderstock, Holler, Hollerbeerbsuch, Kissekenbaum, Musflieder, Hunnel, Hündele, Húlungr, Húlandr, Hulla, Hollert, Haulert, Fledderbeernbusch, Fledder, Fledderbusk, -boom, Fler, Flier, Flirebôm, Thêflider, Ellhorn, Elthören, Alhören, Alhôren, Alhorn
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Inhaltstoffe: Glycoside, ätherisches Öl, Flavonoide, Cholin, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Vitamin C
Verwendete Teile: Blüten, Beeren
Sammelzeit: Blüten: Juni und Juli, Beeren: September und Oktober

Heilwirkungen:
Wirkt anregend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, krampflösend, pilztötend, schleimlösend, schweisstreibend, leicht seditativ
Wird angewendet bei Erkältungen, Abwehrschwäche, Abszesse, Akne, Angina pectoris, Arteriosklerose, Arthritis, Asthma, Atemwegserkrankungen, Augenentzündung, Bindehautentzündung, Blähungen, Blasenentzündung, Bronchitis, Diabetes, Ekzeme, Erschöpfung, Erysipel, Falten, Fieber, Furunkel, Gelenkentzündung, Geschwollene Füße, Gicht, Grippe, Gürtelrose, Hämorrhoiden, Halsschmerzen, Harndrang, Hautentzündungen, Hautpflege, Heiserkeit, Herpes, Heuschnupfen, Hexenschuss, Husten, Insektenstiche, Ischias, Juckreiz, Kehlkopfentzündung, Kniegelenksentzündung, Knieschmerzen, Knochenschwäche, Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche, Leberschwäche, Luftröhrenkatarrh, Magen-Darm-Entzündung, Migräne, Milchbildung, Müdigkeit, Nebenhöhlenentzündung, Nervosität, Neuralgien, Nierenschwäche, Ödeme, Ohrenschmerzen, Orangenhaut, Osteoporose, Quetschung, Prellung, Rheuma, Schlafstörungen, Schmerzen, Schnupfen, Schweißfüße, Sommersprossen, Sonnenbrand, Überanstrengte Augen, Übergewicht, Verbrennungen, Verstauchung, Verstopfung, Wassersucht, Wunden, Zahnschmerzen, Zellulite,

Das homöopathische Mittel Sambucus hilft bei Wassersucht, übermässigem Schwitzen, asthmatischen Erkrankungen, Erkältungen, Fieber, Husten, Asthma

Blütenessenz:
Die Blütenessenz des schwarzen Holunders (Black Elder) hilft dabei scheinbar unlösbare Probleme aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und bringt Erkenntnis und Einsicht. Die Essenz löst eingefahrene, traditionelle Sichtweisen auf und eröffnet so neue Lösungsansätze.

Wissenswertes:
Der Verzehr roher oder ungenügend erhitzter Früchte kann zu Übelkeit und Erbrechen führen! Das Mark von jungen Ästen kann herausgeschoben werden und so lassen sich daraus Pfeifen, Flöten und Blasrohre herstellen.
Frische Zweige im Zimmer aufgehängt sollen Fliegen vertreiben.
Färbt man Stoff mit Hilfe der Beeren, ergeben sich rote, schwarze oder blaue Töne, mit der Rinde bekommt man ein tiefes Schwarz und die Blätter ergeben ein dunkles Grün.
In Bierteig getauchte Holunderblüten sind eine beliebte Köstlichkeit zur Sommersonnwende, genauso wie der Hollersekt. Auch aus den Beeren gekochte Konfitüre, Mus oder Saft war und ist sehr beliebt und noch dazu ein Heilmittel.
Aus den Blüten kann ein Öl hergestellt werden, dass äußerlich angewendet wird.
mhd. holunter, holunder, ahd. holuntar, hol(d)er, Linguisten führen die Silbe „–der“ das germanische trewa (= Baum/Holz) und die Silbe hul auf das indogermanische kln- (=schwarz) zurück. Somit hieße der Holunder „Schwarzbaum“.

Geschichte/Mythologie/Magie:
Der Holunder wird als Heilpflanze seit dem Altertum hoch geschätzt und auch in mittelalterlich Schriften wird er ausführlich behandelt. Man glaubte zum Beispiel, daß die innere Rinde, von unten nach oben geschabt, ein Brechmittel sei, von oben nach unten geschabt, ein Abführmittel.
„Vor dem Holunder muß man den Hut abnehmen“ so eine verbreitete Meinung.

Einer englischen Sage zufolge, wuchs der Holunder aus dem Blut der Dänen, die im elften Jahrhundert bei Kämpfen fielen. Er heißt in England deshalb auch "Dänenblut". Auch anderswo glaubte man, dass Holunder nur dort wächst, wo Blut vergossen wurde.

Der Holunder steht zudem für Tod und Wiedergeburt und für Transformation. Er gilt auch als Schwellenbaum zur Unterwelt und als Wohnsitz der Frau Holle (die häufig mit Göttinnen gleichgesetzt wird, z. B. Hel, Hekate, Ceridwen, Freya). Einer Deutung des Märchens Frau Holle zufolge, stehen die kleinen Blütensternchen für den Schnee und der Saft der schwarzen Beeren für das Pech. Etymologisch gesehen ist die Rückführung des Namens Holunder auf die Göttin Hel aber falsch.
In christlicher Zeit wurde der Baum mit Maria in Zusammenhang gebracht.

Auch Vegetationsgeister, Kobolde, Zwerge oder Feen sollen in oder unter diesem Strauch leben und ein Erdengott Puschkaitis wird erwähnt, dem man Brot und Bier opferte. In Schweden diente Milch als Opfergabe. Auch soll unter dem Holunder ein Schatz vergraben sein.

In der Nähe des Hauses bietet er Schutz vor Blitzeinschlag und böse Geister, teilweise auch vor Hexen.
Verdorrte der Haus- und Hofholunder war dies ein sicheres Omen, dass bald ein Familienmitglied sterben würde.
Einen Holunder zu fällen war streng verboten und brachte Unglück oder sogar den Tod. Auch das Verbrennen seines Holzes hat solche Folgen. (Als Begründung kann man lesen, dass hierdurch die bösen Geister und negativen Energien, die der Baum anzieht, befreit werden)
Musste man doch etwas vom Holunder abschneiden, so beugte man vorher das Knie, entblößte das Haupt und bat mit gefalteten Händen: „Frau Elhorn gibt mir was von deinem Holze, dann will ich dir von meinem auch was geben, wenn es wächst im Walde" Mancherorts war es auch Brauch dem Holunder ein Opfer darzubringen, wenn man etwas von ihm benötigte.

Zum Schutz vor Feuer wurde ein zu einem Kreis gebundener Holunderzweig im Haus aufgehängt. An Beltane wurden Holunderzweige im Viehstall als Schutz gegen Hexen aufgehängt. In das Feld gesteckte Holunderzweige sollen Maulwürfe und Mäuse vertreiben. Ein Kreuz, dass aus einem Hasel- und einem Holunderzweig besteht soll vor der wilden Jagd schützen.
In Thüringen steckte man unkeuschen Mädchen einen Zweig des Busches an das Fenster, vor allem zu Pfingsten. Außerdem ist ein Zauberspruch überliefert, mit dem man die Liebe eines Mannes gewinnen kann: »Alhorn, du blôte, ik bidde dik dorch dine sôte, Dat ik moge affbrechen unde heime dragen Sin barnede leve in minen schragen«.

Häufig wird der Holunder auch auf Gräber gepflanzt bzw. ein Holunderkreuz hinein gesteckt. Sollte er dort anwachsen und ergrünen, so war das ein Zeichen, dass der Tote auf die andere Seite gewechselt bzw. selig geworden war. Angeblich war auch das Kreuz Jesu aus Holunderholz und Judas hatte sich an einem Holunder erhängt, nachdem er seinen Verrat begangen hatte. Beides wieder ein Hinweis auf die Funktion des Holunders als Todes- bzw. Übergangsbaum.

In Sizilien verwendete man den Holunder als Schutzmittel gegen Schlangen und Räuber, bei den Serben als Glücksbringer für das Hochzeitspaar.

Bindet man einen Faden bei abnehmenden Mond an einen Holunder mit dem Spruch »Guten Morgen, Herr Flieder – Ich bringe dir mein Fieber – ich binde dich an – Nun gehe ich in Gottes Namen davon«, so hilft dies gegen Fieber. Auch andere Krankheiten kann man auf ähnliche Weise los werden. Manchmal muß man allerdings danach den Ast abschneiden, da sonst die Krankheit in den Früchten fortbesteht und auf andere übertragen werden könnte. Auch ein Zettel mit dem Namen des Kranken, der in ein zuvor gebohrtes Loch in einen Ast gesteckt wird, kann zur Genesung führen. Gegen Zahnschmerz soll folgendes Mittel helfen: Man beiße in einen Holunderast, ziehe dann den mittleren Wipfel mit der Hand auf deren Seite der schmerzende Zahn liegt herunter und spricht: »Meine Zähne tun mir weh, – ein schwarzer, ein roter, ein weißer (vgl. Wurmsegen) – ich wollte, daß sie sich verbluteten – Im Namen Gottes« usw. Um eine Blutung zu stillen, soll man einen Holunderzweig hineintauchen mit dem Spruch: »Ich verbinde diesen Verband in Gottes Hand. Im Namen« usw. So wie das Blut am Zweig trocknet, wird auch die Blutung stoppen.
Auch Wundverbände oder Kleidungsstücke eines verhexten Menschen wurden in seine Zweige gehängt oder unter ihm vergraben, um Fluch oder Krankheit auf den Baum zu übertragen. Man vergrub auch die Nachgeburt unter dem Holunder oder das Badewasser der Säuglinge wurde dort ausgeschüttet, um eine Verbindung zwischen dem schützenden Holunder und dem Kind herzustellen.
Besonders viel heilende Kraft steckt in einem Holunder, der auf einer Weide wächst. So soll die zwischen Mariä Himmelfahrt und Mariä Geburt vor Neumond zwischen 11 und 12 mittags geschnittene Rute eines solchen Holunders gegen Epilepsie und Dämonen helfen.
Die Blüten sind am wirksamsten, wenn sie zur Sommersonnwende oder am Johannistag mittags oder vor Sonnenaufgang gepflückt werden.

Wer in der Mittsommernacht unter einem Holunder liegt, soll die Elfenkönigin wahrnehmen können.
Wiegen durften nicht aus Holunderholz gebaut werden, sonst wird das Kind von den Elfen heimgesucht oder wieder in das Todesreich der Frau Holle zurückgeholt.

Es gibt auch einige Bauernregeln in Verbindung mit dem Holunder:
So, wie der Holunder blüht und auch Früchte ansetzt, so werden auch die Weinreben fruchten.
So viele Tage vor Johannis der Holunder blüht, so viele Tage früher kann das Getreide geerntet werden.
Wenn der Holunder sehr lange blüht, wird auch die Ernte länger sein, weil sie dann vermutlich mehrfach unterbrochen wird.
Blüht er ungleich, so fällt auch die Ernte ungleich aus.
Sind an einem Holunder gleichzeitig Blüten und Beeren zu finden, so steht ein strenger Winter ins Haus.
Werden zur Weihnacht an einem Holunderbusch frische Triebe entdeckt, so steht ein zeitiger Frühlingseinbruch bevor.

Wer die Beeren des Schwarzen Holunders bei sich trägt, soll vor Bösem und Negativität geschützt sein.

Wenn jemand einen Ort, eine Person oder einen Gegenstand segnen will, so soll dieser im Namen des Entsprechenden Holunderbeeren und –blätter in alle vier Himmelsrichtungen und dann einen Teil davon auf den zu segnenden Gegenstand, die Person oder Ort streuen.

Mit einer Holunderflöte soll man Spirits anlocken können und wenn man sich den Saft der Holunderblätter in die Augen träufelt, soll man diese sogar sehen können.

Holunder erleichtert das Überschreiten von Schwellen und kann dementsprechend angewendet werden (z. B. bei Einschlafproblemen, bei schamanischen Reisen in die Unterwelt, Kontaktaufnahme mit den Ahnen, bei Übergangsriten oder um jemanden das Sterben zu erleichtern). Als Räucherung dient der Holunder dem Kontakt mit dem eigenen Schatten, kann aber auch zur Reinigung von Räumen (bzw. Erdung negativer Energien) angewendet werden und zur Heilung traumatischer Erinnerungen.
Zudem zieht er alles negative magisch an und leitet dies in die Unterwelt, wo es transformiert werden kann.
Laut Elisabeth Brooke und Scott Cunningham bestehen Zauberstäbe traditionell aus einem Holunderzweig, der innen ausgehöhlt und befüllt wird (am besten während eines Löwe-, Schütze- oder Widder-Neumondes).

In einer Variante des sogenannten keltischen Baumhoroskop steht der Holunder (Ruis) für die Zeiträume 19. März – 27. März und 17. September – 25. September.
In dieser Zeit geborene, sollen gutmütige, diplomatische Familienmenschen sein, die eine gute Menschenkenntnisse besitzen. Sie sind sehr hilfsbereit, können aber auch sehr abweisend sein, wenn sie sich ausgenutzt fühlen. Bei Ungerechtigkeiten neigen sie zu Reaktionen, die auf andere sehr extrem wirken können.

Planet: Saturn mit Venus, Pluto, Merkur, Mond
Element: Luft, Wasser
Sternzeichen: Löwe
Göttheiten: Hel, Hulda, Freya, Hekate, Ceridwen

Tannin

Tannin ist das hebräische Wort für „Drache“, wird häufig aber auch als „Seeungeheuer“, „Ungeheuer“ oder auch „Schlange“ übersetzt. Tannin ist aber auch der urzeitliche, im Meer lebende „Drache“, der von JHWH zerschmettert wird. Er findet sich auch im Alten Testament bei Jesaia. Auch bei den Westsemiten ist Tannin ein drachenähnliches Ungeheuer und wird von der kanaanitischen Göttin Anat bekämpft. In der Bibel heißt es, der Aufstand der Engel werde vom Drachen Tannin bzw. von der Schlange verursacht.

Dienstag, 2. Juni 2009

Behemoth

Wie schon erwähnt ist der Behemoth als Landlebewesen das Gegenstück zum Seeungeheuer Leviathan.
Vermutlich ist "behemoth" die Pluralform von behemah, was auf Hebräisch „Tier“ bedeutet.
Behemoth ist ein Mischwesen mit den Zügen eines Flusspferds, aber auch des Elefanten, des Wasserbüffels und der Ziege. Möglich ist eine Beeinflussung durch den altägyptischen Gott Seth, als dessen Attribut das Nilpferd galt. Wolf-Dieter Storl sieht sogar eine Verbindung zum hinduistischen Gott Ganesha.
Nach Hiob 40,19 wurde Behemoth, zusammen mit Leviathan, „als erstes der Werke Gottes“ erschaffen. Dieser habe ihm auch „sein Schwert“ gegeben.
In der Bibel wird der Behemoth nur einmal erwähnt:
„Siehe da, den Behemoth (…) er frißt Gras wie ein Ochse. (…) seine Kraft ist in seinen Lenden und sein Vermögen in den Sehnen seines Bauches. Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind dicht geflochten. Seine Knochen sind wie eherne Röhren; seine Gebeine sind wie eiserne Stäbe. (…) Er liegt gern im Schatten, im Rohr und im Schlamm verborgen. (...) Siehe, er schluckt in sich den Strom und achtet's nicht groß; lässt sich dünken, er wolle den Jordan mit seinem Munde ausschöpfen. (…) (Hiob 40,15–24, Luther-Übersetzung von 1534)


Das Ende Behemoths wird in der Bibel selbst nicht beschrieben. Wohl aber in einer Hymne namens Akdamut, die üblicherweise zum jüdischen Erntedankfest vorgetragen wird oder in dem Talmud-Traktat Baba Bathra. Hier kommt es nach der Schlacht von Harmagedon am Ende der Zeiten zu einem Kampf zwischen den Ungeheuern Leviathan und Behemoth. Gott erschlägt letztendlich beide mit einem mächtigen Schwert und gibt das Fleisch der beiden Ungeheuer und des Vogels Ziz den Rechtschaffenen zur Speise. Aus ihrer Haut macht er ihnen Zelte und Baldachine.
In den Apokryphen ist Leviathan ein weibliches Fabelwesen, das gemeinsam mit seinem männlichen Gegenstück Behemoth von Gott zur Züchtigung der Menschen gesandt wird (1. Henoch 59,7ff.). Behemoth beherrscht hier die Wüste und Leviathan ruht am Grunde des Meeres. In der christlichen Kultur, wird Leviathan mit dem Teufel in Verbindung gebracht und ist ein Symbol für Chaos, sowie für Gottferne und Sündhaftigkeit der Menschen.
Für Thomas von Aquin und den Jesuiten Peter Binsfeld ist er der Dämon des Neides und repräsentiert somit eine der sieben Todsünden.
Der christliche Hexentheoretiker Johann Weyer sieht in Leviathan den „Großadmiral“ oder einen der vier „Kronprinzen“ der Hölle.
Der christliche Exorzist Sebastien Michaelis zufolge ist Leviathan einer der Teufel, die in die Nonne Schwester Madeleine in Aix-en-Provence gefahren waren.
Ähnliche Vorstellungen finden sich auch noch bei dem Dämonologen Collin de Plancy und dem amerikanischen Satanisten Anton Szandor LaVey. Leviathan wird hier zu dem Bösen schlechthin. Behemoth hingegen gilt bei beiden als dummer und gefräßiger Dämon und als „Mundschenk und Kellermeister der Hölle“.