Botanischer Name: Sambucus nigra
Englischer Name: Elder
Volksnamen: Schwarzer Holunder, Fliederbeerbaum, Holler, Holder, Bachholder, Eller, Pisseke, Ellhorn, Flieder, Holler(busch), (Deutscher) Flieder, Backholder, Zickenblüten, Marterblumen, Achenstaude, Schwiztee, Holer, Kelkenblüte, Hel´s Strauch, Reckholder, Schiebekenstrauch, Betscheler, Schiwickn, Huler, Zwebst, Schotschen, Kisseke, Aalhorn, Keilken, Elderbaum, Husholder Aalhornbeeren, Deutscher Flieder, Hulertrauben, Fliederbusch, Holderbusch, Holderstock, Holler, Hollerbeerbsuch, Kissekenbaum, Musflieder, Hunnel, Hündele, Húlungr, Húlandr, Hulla, Hollert, Haulert, Fledderbeernbusch, Fledder, Fledderbusk, -boom, Fler, Flier, Flirebôm, Thêflider, Ellhorn, Elthören, Alhören, Alhôren, Alhorn
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Inhaltstoffe: Glycoside, ätherisches Öl, Flavonoide, Cholin, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Vitamin C
Verwendete Teile: Blüten, Beeren
Sammelzeit: Blüten: Juni und Juli, Beeren: September und Oktober
Heilwirkungen: Wirkt anregend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, krampflösend, pilztötend, schleimlösend, schweisstreibend, leicht seditativ
Wird angewendet bei Erkältungen, Abwehrschwäche, Abszesse, Akne, Angina pectoris, Arteriosklerose, Arthritis, Asthma, Atemwegserkrankungen, Augenentzündung, Bindehautentzündung, Blähungen, Blasenentzündung, Bronchitis, Diabetes, Ekzeme, Erschöpfung, Erysipel, Falten, Fieber, Furunkel, Gelenkentzündung, Geschwollene Füße, Gicht, Grippe, Gürtelrose, Hämorrhoiden, Halsschmerzen, Harndrang, Hautentzündungen, Hautpflege, Heiserkeit, Herpes, Heuschnupfen, Hexenschuss, Husten, Insektenstiche, Ischias, Juckreiz, Kehlkopfentzündung, Kniegelenksentzündung, Knieschmerzen, Knochenschwäche, Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche, Leberschwäche, Luftröhrenkatarrh, Magen-Darm-Entzündung, Migräne, Milchbildung, Müdigkeit, Nebenhöhlenentzündung, Nervosität, Neuralgien, Nierenschwäche, Ödeme, Ohrenschmerzen, Orangenhaut, Osteoporose, Quetschung, Prellung, Rheuma, Schlafstörungen, Schmerzen, Schnupfen, Schweißfüße, Sommersprossen, Sonnenbrand, Überanstrengte Augen, Übergewicht, Verbrennungen, Verstauchung, Verstopfung, Wassersucht, Wunden, Zahnschmerzen, Zellulite,
Das homöopathische Mittel Sambucus hilft bei Wassersucht, übermässigem Schwitzen, asthmatischen Erkrankungen, Erkältungen, Fieber, Husten, Asthma
Blütenessenz: Die Blütenessenz des schwarzen Holunders (Black Elder) hilft dabei scheinbar unlösbare Probleme aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und bringt Erkenntnis und Einsicht. Die Essenz löst eingefahrene, traditionelle Sichtweisen auf und eröffnet so neue Lösungsansätze.
Wissenswertes: Der Verzehr roher oder ungenügend erhitzter Früchte kann zu Übelkeit und Erbrechen führen! Das Mark von jungen Ästen kann herausgeschoben werden und so lassen sich daraus Pfeifen, Flöten und Blasrohre herstellen.
Frische Zweige im Zimmer aufgehängt sollen Fliegen vertreiben.
Färbt man Stoff mit Hilfe der Beeren, ergeben sich rote, schwarze oder blaue Töne, mit der Rinde bekommt man ein tiefes Schwarz und die Blätter ergeben ein dunkles Grün.
In Bierteig getauchte Holunderblüten sind eine beliebte Köstlichkeit zur Sommersonnwende, genauso wie der Hollersekt. Auch aus den Beeren gekochte Konfitüre, Mus oder Saft war und ist sehr beliebt und noch dazu ein Heilmittel.
Aus den Blüten kann ein Öl hergestellt werden, dass äußerlich angewendet wird.
mhd. holunter, holunder, ahd. holuntar, hol(d)er, Linguisten führen die Silbe „–der“ das germanische trewa (= Baum/Holz) und die Silbe hul auf das indogermanische kln- (=schwarz) zurück. Somit hieße der Holunder „Schwarzbaum“.
Geschichte/Mythologie/Magie: Der Holunder wird als Heilpflanze seit dem Altertum hoch geschätzt und auch in mittelalterlich Schriften wird er ausführlich behandelt. Man glaubte zum Beispiel, daß die innere Rinde, von unten nach oben geschabt, ein Brechmittel sei, von oben nach unten geschabt, ein Abführmittel.
„Vor dem Holunder muß man den Hut abnehmen“ so eine verbreitete Meinung.
Einer englischen Sage zufolge, wuchs der Holunder aus dem Blut der Dänen, die im elften Jahrhundert bei Kämpfen fielen. Er heißt in England deshalb auch "Dänenblut". Auch anderswo glaubte man, dass Holunder nur dort wächst, wo Blut vergossen wurde.
Der Holunder steht zudem für Tod und Wiedergeburt und für Transformation. Er gilt auch als Schwellenbaum zur Unterwelt und als Wohnsitz der Frau Holle (die häufig mit Göttinnen gleichgesetzt wird, z. B. Hel, Hekate, Ceridwen, Freya). Einer Deutung des Märchens Frau Holle zufolge, stehen die kleinen Blütensternchen für den Schnee und der Saft der schwarzen Beeren für das Pech. Etymologisch gesehen ist die Rückführung des Namens Holunder auf die Göttin Hel aber falsch.
In christlicher Zeit wurde der Baum mit Maria in Zusammenhang gebracht.
Auch Vegetationsgeister, Kobolde, Zwerge oder Feen sollen in oder unter diesem Strauch leben und ein Erdengott Puschkaitis wird erwähnt, dem man Brot und Bier opferte. In Schweden diente Milch als Opfergabe. Auch soll unter dem Holunder ein Schatz vergraben sein.
In der Nähe des Hauses bietet er Schutz vor Blitzeinschlag und böse Geister, teilweise auch vor Hexen.
Verdorrte der Haus- und Hofholunder war dies ein sicheres Omen, dass bald ein Familienmitglied sterben würde.
Einen Holunder zu fällen war streng verboten und brachte Unglück oder sogar den Tod. Auch das Verbrennen seines Holzes hat solche Folgen. (Als Begründung kann man lesen, dass hierdurch die bösen Geister und negativen Energien, die der Baum anzieht, befreit werden)
Musste man doch etwas vom Holunder abschneiden, so beugte man vorher das Knie, entblößte das Haupt und bat mit gefalteten Händen:
„Frau Elhorn gibt mir was von deinem Holze, dann will ich dir von meinem auch was geben, wenn es wächst im Walde" Mancherorts war es auch Brauch dem Holunder ein Opfer darzubringen, wenn man etwas von ihm benötigte.
Zum Schutz vor Feuer wurde ein zu einem Kreis gebundener Holunderzweig im Haus aufgehängt. An Beltane wurden Holunderzweige im Viehstall als Schutz gegen Hexen aufgehängt. In das Feld gesteckte Holunderzweige sollen Maulwürfe und Mäuse vertreiben. Ein Kreuz, dass aus einem Hasel- und einem Holunderzweig besteht soll vor der wilden Jagd schützen.
In Thüringen steckte man unkeuschen Mädchen einen Zweig des Busches an das Fenster, vor allem zu Pfingsten. Außerdem ist ein Zauberspruch überliefert, mit dem man die Liebe eines Mannes gewinnen kann:
»Alhorn, du blôte, ik bidde dik dorch dine sôte, Dat ik moge affbrechen unde heime dragen Sin barnede leve in minen schragen«. Häufig wird der Holunder auch auf Gräber gepflanzt bzw. ein Holunderkreuz hinein gesteckt. Sollte er dort anwachsen und ergrünen, so war das ein Zeichen, dass der Tote auf die andere Seite gewechselt bzw. selig geworden war. Angeblich war auch das Kreuz Jesu aus Holunderholz und Judas hatte sich an einem Holunder erhängt, nachdem er seinen Verrat begangen hatte. Beides wieder ein Hinweis auf die Funktion des Holunders als Todes- bzw. Übergangsbaum.
In Sizilien verwendete man den Holunder als Schutzmittel gegen Schlangen und Räuber, bei den Serben als Glücksbringer für das Hochzeitspaar.
Bindet man einen Faden bei abnehmenden Mond an einen Holunder mit dem Spruch
»Guten Morgen, Herr Flieder – Ich bringe dir mein Fieber – ich binde dich an – Nun gehe ich in Gottes Namen davon«, so hilft dies gegen Fieber. Auch andere Krankheiten kann man auf ähnliche Weise los werden. Manchmal muß man allerdings danach den Ast abschneiden, da sonst die Krankheit in den Früchten fortbesteht und auf andere übertragen werden könnte. Auch ein Zettel mit dem Namen des Kranken, der in ein zuvor gebohrtes Loch in einen Ast gesteckt wird, kann zur Genesung führen. Gegen Zahnschmerz soll folgendes Mittel helfen: Man beiße in einen Holunderast, ziehe dann den mittleren Wipfel mit der Hand auf deren Seite der schmerzende Zahn liegt herunter und spricht:
»Meine Zähne tun mir weh, – ein schwarzer, ein roter, ein weißer (vgl. Wurmsegen) – ich wollte, daß sie sich verbluteten – Im Namen Gottes« usw. Um eine Blutung zu stillen, soll man einen Holunderzweig hineintauchen mit dem Spruch:
»Ich verbinde diesen Verband in Gottes Hand. Im Namen« usw. So wie das Blut am Zweig trocknet, wird auch die Blutung stoppen.
Auch Wundverbände oder Kleidungsstücke eines verhexten Menschen wurden in seine Zweige gehängt oder unter ihm vergraben, um Fluch oder Krankheit auf den Baum zu übertragen. Man vergrub auch die Nachgeburt unter dem Holunder oder das Badewasser der Säuglinge wurde dort ausgeschüttet, um eine Verbindung zwischen dem schützenden Holunder und dem Kind herzustellen.
Besonders viel heilende Kraft steckt in einem Holunder, der auf einer Weide wächst. So soll die zwischen Mariä Himmelfahrt und Mariä Geburt vor Neumond zwischen 11 und 12 mittags geschnittene Rute eines solchen Holunders gegen Epilepsie und Dämonen helfen.
Die Blüten sind am wirksamsten, wenn sie zur Sommersonnwende oder am Johannistag mittags oder vor Sonnenaufgang gepflückt werden.
Wer in der Mittsommernacht unter einem Holunder liegt, soll die Elfenkönigin wahrnehmen können.
Wiegen durften nicht aus Holunderholz gebaut werden, sonst wird das Kind von den Elfen heimgesucht oder wieder in das Todesreich der Frau Holle zurückgeholt.
Es gibt auch einige Bauernregeln in Verbindung mit dem Holunder:
So, wie der Holunder blüht und auch Früchte ansetzt, so werden auch die Weinreben fruchten.
So viele Tage vor Johannis der Holunder blüht, so viele Tage früher kann das Getreide geerntet werden.
Wenn der Holunder sehr lange blüht, wird auch die Ernte länger sein, weil sie dann vermutlich mehrfach unterbrochen wird.
Blüht er ungleich, so fällt auch die Ernte ungleich aus.
Sind an einem Holunder gleichzeitig Blüten und Beeren zu finden, so steht ein strenger Winter ins Haus.
Werden zur Weihnacht an einem Holunderbusch frische Triebe entdeckt, so steht ein zeitiger Frühlingseinbruch bevor.
Wer die Beeren des Schwarzen Holunders bei sich trägt, soll vor Bösem und Negativität geschützt sein.
Wenn jemand einen Ort, eine Person oder einen Gegenstand segnen will, so soll dieser im Namen des Entsprechenden Holunderbeeren und –blätter in alle vier Himmelsrichtungen und dann einen Teil davon auf den zu segnenden Gegenstand, die Person oder Ort streuen.
Mit einer Holunderflöte soll man Spirits anlocken können und wenn man sich den Saft der Holunderblätter in die Augen träufelt, soll man diese sogar sehen können.
Holunder erleichtert das Überschreiten von Schwellen und kann dementsprechend angewendet werden (z. B. bei Einschlafproblemen, bei schamanischen Reisen in die Unterwelt, Kontaktaufnahme mit den Ahnen, bei Übergangsriten oder um jemanden das Sterben zu erleichtern). Als Räucherung dient der Holunder dem Kontakt mit dem eigenen Schatten, kann aber auch zur Reinigung von Räumen (bzw. Erdung negativer Energien) angewendet werden und zur Heilung traumatischer Erinnerungen.
Zudem zieht er alles negative magisch an und leitet dies in die Unterwelt, wo es transformiert werden kann.
Laut Elisabeth Brooke und Scott Cunningham bestehen Zauberstäbe traditionell aus einem Holunderzweig, der innen ausgehöhlt und befüllt wird (am besten während eines Löwe-, Schütze- oder Widder-Neumondes).
In einer Variante des sogenannten keltischen Baumhoroskop steht der Holunder (Ruis) für die Zeiträume 19. März – 27. März und 17. September – 25. September.
In dieser Zeit geborene, sollen gutmütige, diplomatische Familienmenschen sein, die eine gute Menschenkenntnisse besitzen. Sie sind sehr hilfsbereit, können aber auch sehr abweisend sein, wenn sie sich ausgenutzt fühlen. Bei Ungerechtigkeiten neigen sie zu Reaktionen, die auf andere sehr extrem wirken können.
Planet: Saturn mit Venus, Pluto, Merkur, Mond
Element: Luft, Wasser
Sternzeichen: Löwe
Göttheiten: Hel, Hulda, Freya, Hekate, Ceridwen