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Sonntag, 18. Juli 2010

Kirsche



Sauerkirsche

Botanischer Name: Prunus cerasus
Englischer Name: Sour Cherry
Volksnamen: Weichselkirsche, Morelle, Amarelle, Weichsel

Wilde Kirsche

Botanischer Name: Prunus avium
Unterarten: Wilde Vogel-Kirsche bzw. Waldkirsche (Prunus avium subsp. avium), Knorpel-Kirsche (Prunus avium subsp. duracina), Herz-Kirsche oder Weichkirsche(Prunus avium subsp. juliana)
Englischer Name: Wild Cherry
Volksnamen: Süß-Kirsche, Waldkirsche, Knorpelkirsche, Herzkirsche, Weichkirsche, Vogel-Kirsche

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Inhaltstoffe: Früchte: Kalium, Kalzium, Magnesium, Kieselsäure, Pektin, Phosphor, Eisen, Niacin, Folsäure, Molybdän, Vitamine B1, B2, B6 und C, Ballaststoffe, Säuren, Alkohol, Glucose, Fructose, Anthocyane, Melatonin, Flavonoide, Querectin
Blätter: Gerbstoffe, Säuren, Flavonoide, Amygdalin, Cumarin.
Kirschstiele: Gerbstoffe, Säuren
Rinde: Amygdalin, Harz, ätherisches Öl, Tannin, Gallusäure, Stärke
Sammelzeit: Früchte und Stängel: Juni und Juli, Blätter: Mai und Juni

Heilwirkungen:
Wirkt: adstringierend, blutbildend, harntreibend, blutdrucksteigernd, entwässernd, schmerzlindernd
Wird eingesetzt bei: Husten, Fieber, Durchfall, Ödeme, Nervosität
Der Tee aus den Kirschstielen soll gegen Husten und bei Blutarmut helfen, wird aber auch gegen Durchfall und Fettleibigkeit eingesetzt.
Gemahlene und in Wein gegeben Kirschkerne sollen gegen Nieren- und Blasengrieß helfen.
Auch das Harz, das sogenannte Katzengold, soll, in Wein eingelegt oder als Tinktur, als Hustenmittel dienen können.
Kirschwasser gilt als Mittel gegen Fieber und Ruhr
Der Inhaltstoff Molybdän (in den Früchten) senkt den Harnsäurespiegel und hilft so gegen Gicht.
Kirschen regen zudem die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüsen und die Verdauung an.
Es ist nachgewiesen worden, dass die Farbstoffe (Anthocyane) der Kirschen schmerzlindernde Wirkung haben. Die empfohlene Dosis liegt bei 100g frische Kirschen (0 ca. 25 mg Anthocyane). Vor allem die dunklen, sauren Sauerkirschen besitzen die schmerzlindernden Stoffe
Mit Kirschkernen gefüllte Kissen werden zur Wärmetherapie genutzt.

Blütenessenz:
Die Cherry-Blütenessenz hilft, wenn der Alltag nur noch als grau erlebt. Sie bringt gute Laune, Fröhlichkeit und bringt das Lachen zurück.

Baumheilkunde:
Die Energie von Kirschbäumen hilft bei seelischen und körperlichen Schmerz. Sie soll auch potenzfördernd sein und das Herz stärken

Wissenswertes:
Die Bezeichnung „Kirsche“ hat sich aus dem griechischen „kerasia“, über das lateinische „ceras(i)um“ entwickelt. (altsächsisch: „kirs-„, althochdeutsch: „kirs(a)“, mittelhochdeutsch: „kirs(ch)e, kerse“). Das Wort stammt vermutlich ursprünglich aus einer nicht-indogermanischen Sprache. Es wird hier auch eine Verbindung mit der griechischen Göttin Ceres (Demeter) vermutet. 
Das lateinische „Prunus“ bedeutet eigentlich Pflaume – die Übersetzung des botanischen Namens wäre also „Pflaumenkirsche“ heißen.
Die Bezeichnung „Amarelle“ stammt vom lateinischen „amarellus“ = bitter, sauer ab.
Das Wort Morelle hat sich vielleicht aus der Vermischung von „Marille“ ( = Aprikose) und „Amarelle“ ( = Sauerkirsche) entwickelt. Andere Erklärungsversuche gehen davon aus, dass sich „Morelle“ aus dem spätlateinischen „maurella“ entwickelt haben könnte, was so viel wie „kleiner Mohr“ bedeutet und sich auf die dunkle Farbe des Fruchtfleisches der Kirschen beziehen könnte.
Die Bezeichnung „avium“ kommt vom lateinischen „avis“ = Vogel, da die Früchte gerne von Vögeln gefressen werden.
Die Übersetzung des botanischen Namens wäre also „Vogelpflaume

Die Blätter wurden früher als Tabakersatz verwendet.
Die Früchte der Sauerkirsche werden zu Marmelade, Kompott, Kuchen, Saft, Sirup, Wein, Schnaps usw. verarbeitet. Junge Blätter und Blattknospen schmecken gut in Suppen und Salaten. Auch die Blüten kann man über sein Essen geben. In England werden die Stiele auch zum Einlegen von Gurken verwendet.
Das Schwarzwälder Kirschwasser (ein bekannter Obstbrandwein) wird fast ausschließlich aus süßen Kirschen hergestellt.
Kirschrinde kann man zum Färben von Seide und Wolle verwenden – es ergeben sich graue bis dunkelbraune Farbtöne.
Kirschholz wird wegen der schönen Maserung gerne für Furniere verwendet.
Ein Kirschbaum sollen Weinreben vor Schädlingen Schützen.

Geschichte/Mythologie/Magie:
Die Sauerkirsche kommt ursprünglich aus Westasien und wurde vermutlich erst durch den römischen Feldherrn Lucius Lucullus nach Europa gebracht, nachdem er 70 v. Chr. die Stadt Kerasos  am schwarzen Meer erobert hatte und dort ein Anbaugebiet von ersten Kirsch-Züchtungen vorfand. Die Wild-Kirsche – der Vorfahre vieler heutiger Zuchtformen - war in Deutschland schon in der Jungsteinzeit als Lebensmittel bekannt

Kirschbäume werden oft mit der Jungfrau Maria in Zusammenhang gebracht, vielleicht ein Hinweis auf die Verknüpfung zu einer Göttin aus vorchristlicher Zeit. Wenn Maria auf ein Kirschblatt tritt, sollen darauf kleine Schlangen erscheinen, die sich in das Blatt hineinfressen (heute nennt man diese Schlangen Raupen;-)) Dies soll dann einen alles zerstörenden Schlangeregen voraussagen.
                       
Die Heilige Hedwig soll im 12. Jhd. das Blühen eines Kirschbaums zur Weihnachtszeit als Zeichen dafür gedeutet haben, dass im kommende Jahr viele arme Menschen sterben werden. So soll es dann auch eingetreten sein.
Im Christentum wird die Kirsche, wie der Apfel, oft als verbotene Frucht angesehen und ist ein Symbol der Sünde und sexuellen Ausschweifung.

In Griechenland waren Kirschbäume der Artemis geweiht und standen somit für Fruchtbarkeit, aber auch für Tod.

Auch in der germanischen Religion sollen Kirschbäume mit dem Tod und dem Mond in Verbindung gebracht worden sein

Ein weit verbreiteter Brauch ist es, Kirschzweige am Barbaratag (4.12.) vom Baum zu schneiden und im Zimmer in eine Vase zu stellen. Am „Heiligen Abend“ blühen diese dann.
Das gleiche „Ritual“ wird aber manchmal auch erst am „Tag der Heiligen Lucia“ (13.12. – Wintersonnwende im Julianischen Kalender) oder am Thomastag (21.12. – Wintersonnwende im Gregorianischen Kalender) vollzogen.
An den blühenden Zweigen wird dann die Zukunft vorrausgesagt: Blühen sie rechtzeitig bis Weihnachten (bzw. Neujahr oder Drei König) so bringt dies Glück, gutes Wetter oder ein gutes Jahr. Blühen sie zu spät auf, wird der Winter lang. Schreibt ein Mädchen den Namen ihres Verehrers auf den Zweig, gilt folgendes: Blüht er bis zum Stichtag (also z.B. Weihnachten) so ist es wahre Liebe. Blüht der Zweig nicht, ist ihre Jungfernschaft in Gefahr. Bei mehreren Heiratskandidaten, wird derjenige das Mädchen zum Altar führen, dessen Zweig als erstes blüht. Auch aus der Anzahl der Blüten kann man einiges erfahren.

Wenn man an bestimmten Tagen bzw. Zeitpunkten einen Kirschzweig vom Baum schneidet und in den Gottesdienst mitnimmt, soll man Hexen erkennen können. So soll man zum Beispiel am Johannistag (24.6.) im Morgengrauen eine Astgabel von einem Sauerkirschbaum brechen, diesen in Weihwasser stellen und in der Kirche dann vom Chor aus durch die Gabel hindurch blicken.

Im Juli gibt es einige Tage, an denen man auf keinen Kirschbaum steigen darf, weil man sonst hinunterfällt und stirbt. Es wird vermutet, dass dies mit dem Glauben zusammenhängt, dass vor der Ernte ein Opfer erbracht werden muß.

Kirschbäume stehen auch für Fruchtbarkeit, die sich auf Mensch und Tier übertragen lässt und auch die Möglichkeiten einem Kirschbaum seine Krankheiten anzuhängen sind zahlreich. Zum Beispiel soll es gegen Zahnschmerzen helfen, wenn man Finger- und Zehennägel in ein Tuch wickelt und in einen Kirschbaum hängt. Und auch dem Tau, der sich auf einem Kirschbaum befindet, werden heilsame Kräfte zugesprochen.

In manchen Regionen war der sogenannte Schandmaien ein Kirschzweig. Es handelt sich hierbei um ein Zeichen, das am Fenster eines Mädchen oder einer Frau angebracht wurde, die als allzu offenherzig im Umgang mit Männern galt.

Man kann eine besondere Verbindung mit einem Kirschbaum eingehen, wenn man eine Kirsche mitsamt Kern ist, den Kern aus dem Kot herausfischt und diesen dann einpflanzt. Von der Gesundheit des daraus wachsenden Baumes kann man auf die eigene Gesundheit schließen. In manchen Gegenden wird zur Geburt eines Mädchen ein Kirschbaum gepflanzt, für das vorher gesagte desgleichen gilt.

In manchen Sagen verwandeln sich Kirschen oder Kirschkerne in Gold.
Eine menstruierende Frau soll keine Kirschen pflücken.
Träumt man von schwarzen Kirschen ist dies ein schlechtes Omen.

In Japan bindet man eine Haarsträhne an einen blühenden Kirschbaum, um seine Liebe zu finden. Kirschbaumblüten stehen in diesem Land für Glück, Schönheit, Freundschaft und Reinheit und vom Wind davon getragene Blüten sind ein Sinnbild für das idealen Ableben und die Vollkommenheit des Geistes. Weltweit bekannt ist das japanische Kirschblütenfest ( Hanami), das seit dem 8. Jhd. gefeiert wird.

Unter einem Kirschbaum sollen sich zur Blütezeit allerlei Spirits versammeln – vor allem nachts bei Mondschein. Beobachtet man jedoch heimlich ihren Tanz, soll Unheil drohen.

Ein Zauber um einen Ehepartner zu finden:
Man benötigt eine Anzahl von Kirschkernen, die dem eigenen Lebensalter entspricht. Diese muß man dann durchbohren – und zwar jede Nacht einen, jedoch nur bei zunehmenden Mond. Hat man alle Kerne durchbohrt, fädelt man diese auf eine rosa oder rote Schnur und bindet diese Nachts vor dem schlafen gehen um das linke Knie. Dies muß man 14 Nächte lang machen, damit der Zauber wirkt.

Wenn eine Jungfer einen Kirschkern ins Feuer wirft und dabei den Namen des Liebsten ausspricht, so wird die Liebe erwidert, wenn der Kern hörbar zerplatzt. Verbrennt er langsam, braucht man sich keine Hoffnungen zu machen.

Wenn man wissen will, wie alt man wird, soll man im Kreis um einen Kirschbaum herum rennen und diesen dann kräftig schütteln. Die Anzahl der runtergefallenen Kirschen entspricht der Anzahl der eigenen Lebensjahre.

Durch ihre positive Ausstrahlung sollen Kirschbäume oder auch nur das Holz eines solchen vor negativen Energien schützen.

Kirschsaft kann bei alten, magischen Rezepturen und in Ritualen als Ersatz bzw. Symbol für Blut verwendet werden.
Blätter, Fürchte und Blütenkönnen als Opfergabe dienen – vor allem bei Mond- oder Venusritualen.

Planet: Venus (mit Saturn), Mond
Element: Wasser
Gottheiten: Artemis, Ceres, Freya
Chakra: Herzchakra

1 Kommentare:

Eva hat gesagt…

Die Völker Innerasiens, vor allem die Baschkiren, trinken Tee aus Sauerkirschbaum-Rinde. Die Russen übernahmen diesen Brauch, wenn ihnen der Schwarze Tee fehlte, so in den Monaten nach Kriegsende.