In diesen Tagen sieht man wieder überall die leuchtend roten Beeren der Eberesche. Für mich immer ein Zeichen, daß es (leider) langsam wieder auf den Herbst zugeht.
Botanischer Name: Sorbus aucuparia
Englischer Name: Rowan Berry
Volksnamen: Aberesche, Amselbeere, Drosselbeere, Ebisch, Ebsche, Gimpelbeer, Haweresche, Judenkirsche, Moosesche, Stinkholz, Vogelbeere, Wilde Esche, Wielesche, Aewischen, Aebsche, Ebsche, Absche, Abschbeere, Stinkesche Schwi(n)-Esch, Aschekirsche, Vogelkirsche, Drosselbeeren, Merlekisch = Amselkirsche, Kransvogelbeen, Kramtsbeerbaum, Krammetskiesch, Gimpelbeer, Kreienbeen = Krähenbeeren, Krackenbeer, Krackjene, Chrottabeeri, Düwelski(a)schen, Stinkfulen, Faulbaum, Faulbeer, Quitsche, Drachenbaum, Quickbaum
Familie: Rosengewächse = Rosaceae
Inhaltstoffe: Vitamin C, Gerbstoff, Sorbitol, Sorbitansäure, Zitronensäure, Apfelsäure, Bernsteinsäure, Weinsteinsäure, Spuren der Parasorbinsäure (leicht giftig), Bitterstoff, Pektin, ätherisches Öl
Verwendete Teile: Früchte, Blätter
Sammelzeit: Juli bis Oktober Heilwirkungen:
wirkt harntreibend, Immunsystem stärkend, astringierend, entzündungshemmend, schmerzstillend.
wird eingesetzt bei Leberproblemen, Leberzirrhose, Gallenproblemen, Gallenstauung, Gallenblasenentzündung, Gallengangsentzündung, Gallensteinen, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Verstopfung, Skorbut, Durchfall, Bronchitis, Lungenentzündung, Grünem Star,
Baumheilkunde
Die Eberesche soll reinigende Wirkung auf allen Ebenen haben (Körper, Seele, Geist). Sie hilft denen, die zu sehr mit ihrem Leben hadern und in sich gekehrt mit Unzufriedenheit sich selbst vergiften.
Wissenswertes:
Der Name Eberesche leitet sich vermutlich vom altdeutschen „Aber“ (wie in „Aberglaube“) ab, was soviel wie „falsch“ bedeutet. Eine andere Etymologie führt den Namen auf ein indogermanisches Wort für dunkelrot zurück. Die Früchte der Eberesche wurden früher zum Vogelfang verwendet, deshalb der Name aucuparia (avis = Vogel, capere = fangen). Moutain Ash ist der alte gälische Name dieses Baumes. Der englischer Name "rowan" ist verwandt mit dem nordischen runa=Zauber, und dem Sanskritwort runa, das Zauberer bedeutet.
Aus den Beeren der Ebereschen können Marmelade, Saft, Likör und Schnaps hergestellt werden.
Wenn die Eberesche viele Beeren trägt, soll es einen harten Winter geben.
Geschichte/Mythologie/Magie:
Die Eberesche ist eines der 9 heiligen Hölzer aus der Wiccan-Rede, die in einem Ritualfeuer verbrannt werden. Und das wohl nicht ohne Grund.
Schon im alten Griechenland galt der Baum als heilig und seine Früchte durften nur dann gegessen werden, wenn man gleichzeitig seinen Ahnen Respekt erwies. Legenden aus dem skandinavischen Raum heißt es, dass die erste Frau aus einer Eberesche geschaffen wurde. Die Beeren der Eberesche galten als Speise der Götter.
Die Eberesche galt und gilt vor allem als Baum des Schutzes. Sie schützt vor Blitzschlag und bösen Geistern, vor Hexen, Drachen und Trollen, vor Verzauberung und allgemein vor negativen Energien. Auf ihre Bedeutung als einer der mächtigsten Talismane verweist ein Fund eines Ebereschenzweiges im Medizinbeutel eines bronzezeitlichen Grabes in Schweden.
So bilden zum Beispiel zwei dünne Zweige, die mit einem roten Faden zu einem Kreuz zusammengebunden wurden, ein Schutzamulett, das Jahrhunderte alt ist. An den Türrahmen gehängte Zweige sollen das Heim schützen. Das selbe gilt für eine im eigenen Garten wachsende Eberesche, so lange diese gesund ist und man den Geist des Baumes mit Respekt begegnet. Auch die Druiden glaubten, dass die Eberesche vor Unheil und negativen Zaubern schützen kann und pflanzten sie um ihre heiligen Plätze zu beschützen. In Irland kennt man die Eberesche immer noch unter den Namen „fid na ndruad“ = Druidenbaum.
Für die keltischen Priester war die Eberesche der Baum des Lebens. Als einer der ersten Bäume, die sich im Frühling belauben, war sie ein Symbol des Wiedererwachens nach der harten Winterzeit, des Sieges des Lichtes über die Dunkelheit. Rituell kann man die Teile des Baumes also gut für Neuanfänge verwenden, um die Dinge in Bewegung zu setzen.
Eberesche soll auch die physischen Kräfte stärken und die Heilung von Krankheiten stärken. Trägt man die Beeren oder das Holz bei sich oder verräuchert man es, hilft es, sich zu erholen. Zudem werden diese Teile der Pflanze auch zu Kräutersäckchen und Getränken hinzu gefügt, die für Heilung bestimmt sind.
Außerdem wird die Eberesche für verschiedene Fruchtbarkeitszauber verwendet, die nicht selten eng mit Beltane (1. Mai) verknüpft sind. Am Morgen nach Beltane schlugen Bauern ihre Kühe im Stall mit Ästen der Eberesche, um sie fruchtbar zu machen. In manchen Gemeinden wird die Braut vor der Trauung mit einem Ebereschenzweig bzw. Lebensrute geschlagen, um sie fruchtbar zu machen.
Eberesche soll auch Visionen und den Kontakt zur Anderswelt unterstützen. Die Beeren oder auch das Holz lassen sich zum Beispiel als Räucherung verwenden, um hilfreiche Wesen aus der astralen Welt einzuladen oder mit der Großen Muttergöttin in Kontakt zu treten.
Angeblich sollen die Druiden Feuer aus Ebereschenholz entfacht haben, um durch das Einatmen des Rauches in Trance zu gelangen. In diesem Seinszustand soll die Eberesche sie vor kommenden Gefahren und Veränderungen gewarnt haben. Auch heute werden Ebereschenräucherungen zur Divination verwendet, um Einblick in die Zukunft zu erhalten. Sie soll einem das höhere Wissen vermitteln, dass man benötigt, um siegreich alle Gefahren des Lebens zu überstehen.
Überhaupt gilt die Eberesche als Glücksbringer und verhilft zu Geld und Macht genauso, wie zu innerem Reichtum und höheren Wissen
Aus den Äste werden gerne Wünschelruten und Zauberstäbe gemacht.
Keltisches Baumhoroskop
Welchem Zeiträumen die Eberesche im sogenannten keltischen Baumhoroskop zugeordnet wird, darüber sind sich die Quellen nicht einig: An manchen Stellen werden 1. bis 10. April und 4. bis 13. Oktober genannt, an anderer Stelle wiederum 14. bis 22. Januar und 15. bis 23. Juli. Und auch, was das nun für die in diesen Zeiträumen geborenen Menschen bedeutet, scheint nicht ganz eindeutig zu sein.
Ebereschen sind biegsam und anpassungsfähig und wachsen in jeglicher Umgebung. Menschen mit diesem Zeichen gelten also als kompromissbereit, entgegenkommend und ausgesprochen flexibel, sind dabei aber auch ausdauernd, genügsam und stark. Durch die Stürme des Lebens werden sie nur selten gebrochen.
Das dem Baum zugeschriebene Ogham-Zeichen ist Luis, was Schwarm oder „große Menge“ bedeutet. Ebereschengeborene haben demnach einen ausgeprägten Sinn für die Gemeinschaft. Sie sind hilfsbereit, entgegenkommend, diplomatisch und gesellschaftliche Werte und Konventionen, sowie Gerechtigkeit sind ihnen sehr wichtig. Zudem haben sie ein sehr hohes Harmoniebedürfnis. Leben und Leben lassen ist das Grundprinzip dieser Menschen. Sie sind sehr verträgliche Typen, die sich zwar nicht unterkriegen lassen , aber auch keinem anderen die Lebensgrundlage streitig machen und sehr darauf bedacht sind, keinem zu schaden. Das Streben nach Harmonie und Gerechtigkeit dieser „Weltverbesserer“ kann aber auch dazu führen, dass sie unter Widerspruch zwischen ihren eigenen Ansprüchen und den Gegebenheiten des Lebens leiden. Häufig findet man deswegen unter den Ebereschenmenschen die konfliktscheuen, ewigen Ja-Sager. Die dominanteren Ebereschen-Typen hingegen versuchen, ihre eigenen Ansprüche durchzusetzen und anderen ihren Willen und ihre Ansichten aufzuzwängen. Letztendlich gelingt es auch der Eberesche selbst selten, ihren eigenen Anforderungen zu genügen. Das kann dazu führen, dass sie entweder einen ungeheuren Ehrgeiz entwickelt oder aber sich selbst durch chaotisches Verhalten boykottiert.
Die Eberesche steht für höheres Wissen und Ebereschengeborene streben demnach nach umfassender Bildung. Sie sind haben oft sehr viele unterschiedliche Interessensgebiete und ein Geschick, die Dinge zu analysieren und zu organisieren.
Auch in der Liebe suchen die Ebereschen nach Harmonie und Gleichberechtigung. Eberesche-Menschen sind sehr liebevolle, sensible und vor allem romantische Naturen. Und sieht man ihre Sensibilität und ihr Harmoniestreben nicht als Schwäche an, sind sie der perfekte Partner, zumal sich in ihrer Gesellschaft niemand zu irgend etwas gedrängt fühlen muss.
Planet: Sonne, Venus mit Jupiter und Mars
Element: Feuer
Gottheiten: Thor, Donar, Brigid, Brigantia, Dagda, Der Gehörnte, Lugh
Rune: Nauthis
Ogham-Zeichen: Luis